Charles M. Huber

Aus RegioWiki Niederbayern
Wechseln zu: Navigation, Suche
Charles M. Huber in Berlin. (Foto: Kain)

Charles Muhamed Huber, eigentlich Karl-Heinz Huber, (* 3. Dezember 1956 in München) ist ein deutscher Schauspieler, Autor und Politiker (CDU). Deutschlandweit bekannt wurde er vor allem durch seine Rolle als TV-Kommissar in der ZDF-Serie „Der Alte“. Huber ist verheiratet und hat vier Kinder.

Leben und Wirken

Huber wurde als unehelicher Sohn eines senegalesischen Diplomaten und einer deutschen Hausangestellten in München geboren. Aufgewachsen bei den Großeltern in Oberköllnbach im Landkreis Dingolfing-Landau absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Zahntechniker, bevor er seine Karriere als Schauspieler begann. Nach Auftritten in Münchner Kellertheatern erhielt er als erster Seriendarsteller mit afrikanischen Wurzeln außerhalb der USA Bekanntheit durch die deutsche Krimiserie „Der Alte“, in der er 1986 bis 1997 den Polizeikommissar Henry Johnson verkörperte. Er war damit der erste Schwarze im deutschen Fernsehen, der keinen Drogendealer oder Zuhälter spielen musste, sondern eine reguläre Rolle bekam. Bis heute ist er Ehrenkommissar der bayerischen Polizei.

Nach seinem Ausstieg aus „Der Alte“ vermittelte Huber mit seiner Beratungsfirma Kontakte in afrikanische Länder, wurde für die rot-grüne Bundesregierung unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder Entwicklungshilfe-Berater. Später stellte der frühere CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer ihn Angela Merkel vor. Der Schauspieler machte Wahlkampf für sie, drehte Werbe-Filmchen für die Kanzlerin. Auch Edmund Stoiber förderte Huber, wollte ihm vor der Bundestagswahl 2013 einen sicheren Wahlkreis in München verschaffen. Doch schließlich nahm Huber das Angebot der hessischen CDU an, sich in Darmstadt um ein Direktmandat zu bewerben. Am 22. September 2013 unterlag er dabei zwar mit 63.400 zu 65.812 der SPD-Politikerin Brigitte Zypries, zog in der Folge aber über die hessische CDU-Landesliste in den Deutschen Bundestag ein. Das Medieninteresse war daraufhin groß, „Der erste schwarze Bundestagsabgeordnete“, titelte etwa der „Daily Telegraph“ wenig später.

Huber setzt sich stark für die Verbesserung der Beziehungen zwischen Afrika und Deutschland ein. Zudem betreibt er bereits seit seiner Zeit als Schauspieler einge Entwicklungsprojekte im Senegal. Dort baute er unter anderem auch eine Schule auf und benannte sie, weltweit als erste, nach US-Präsident Barack Obama.

Publikationen

  • Ein Niederbayer im Senegal. Mein Leben zwischen zwei Welten. Frankfurt 2004, ISBN 3-502-18339-2

Literatur

Weblinks