Rettungshundestaffel Bayerischer Wald e.V.

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Die Rettungshundestaffel Bayerischer Wald e.V. bildet seit 1996 Rettungshunde-Teams für die Suche nach vermissten Personen aus. Sie dient als fachlich qualifizierte Unterstützung von Polizei, Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk und Rettungsdiensten.

Durch die Möglichkeit, eine Ausbildung zum Rettungshunde-Team zu absolvieren, gelingt es der Rettungshundestaffel immer wieder erneut, Menschenleben zu retten. Die ausgebildeten Hunde können helfen um beispielsweise verwirrte Senioren, Suizidgefährdete oder Unfallopfer, die im Schock davongelaufen sind, wieder aufzufinden. Mit seiner feinen Nase ersetzt ein Hund eine 30 Mann starke Suchtruppe.

Ausbildung

Vor dem Einsatz müsssen die Hunde und auch ihre Besitzer intensiv trainieren. Innerhalb von zwei Jahren treffen sich die Mitglieder der BRH zwei mal wöchentlich um in verschiedenen Wäldern oder unterschiedlichen Gebäuden zu trainieren.

Die Hunde werden bei ihrer Arbeit mit den Ausbildern mit Suchspielen und Spielrunden langsam an das Ziel herangeführt. Die Ausbildungsdauer selbst beträgt mindestens zwei Jahre, um den Hund einsatzfähig zu machen. Nach dieser Ausbildungszeit ist das Rettungshunde-Team in der Lage, vermisste oder verschüttete Personen in Unglücks- oder Katastrophenfällen aufzuspüren.

Ausbildungsvoraussetzungen

Hundeführer

Alle Interessierten können Mitglied werden. Auch Menschen, die keinen Hund haben, können als Suchgruppenhelfer dem Verein beitreten. Voraussetzungen gibt es nicht. Man sollte sich für Kompass und Karte interessieren, den Umgang damit lernt man im Training.

Die Hundeführer werden vorwiegend auch mit dem hohen Zeitfaktor, den die Ausbildung seines Hundes und die der anderen Hunde beansprucht, konfrontiert. Die Rettungshundestaffel in Kumreut trainiert zwei- bis dreimal pro Woche, zu je drei bis vier Stunden. Hierbei unterscheidet sich der Zeitaufwand für jeden Hund deutlich. Bei den Trainingseinheiten erwarten die Ausbilder, dass sich jede Person für einen fremden Hund gleichermaßen einsetzt, wie für den eigenen.

Hunde

Grundsätzlich sind alle Rassen als Rettungshund geeignet. Die Tiere sollten Spaß am Lernen und Spielen haben, sich mit anderen Hunden gut verstehen und nicht aggressiv sein. Sie müssen sich von anderen Menschen füttern lassen. Zudem spielt freundliches Verhalten der Hunde im Umgang mit fremden Menschen eine wichtige Rolle.

Zu beachten ist jedoch, dass besonders große oder zu kleine Rassen weniger für dieses zeitintensive und ehrenamtliche Hobby geeignet sind. Grund dafür sind die Gelenke, die bei großen Rassen besonders schnell altern und somit weniger in Anspruch genommen werden können, sagt die Expertin. Auch sehr kleine Rassen sind schwer zu einem Rettungshund auszubilden, denn lange Strecken im Gestrüpp und unübersichtlichem Gelände sind für diese schwer zu überwinden. Auch die Geruchsaufnahme oberhalb des Bodens gelingt besonders kleinen Rassen weniger gut.

Da sich die Hunde in allen Lagen sicher bewegen müssen, sei es in Trümmern oder Gestrüpp, ist ein wendiger Körperbau sehr nützlich. Das Kriechen, Klettern und Springen in Trümmern setzt außerdem einen gesunden Knochenbau voraus und auch Ausdauer ist bei den stundenlangen Suchen besonders gefragt.

Am besten beginnt man mit dem Training im Welpenalter. Aber auch mit älteren Hunden kann man gut arbeiten, sofern sie die oben genannten Voraussetzungen erfüllen.

Rettungshundeteam

Das Rettungshundeteam, bestehend aus Hundeführer und Hund, muss vor allem Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, Zuverlässigkeit und Engagement an den Tag legen. Für die Zusammenarbeit zwischen Hund und Mensch ist deshalb ein vertrauensvolles Verhältnis Voraussetzung.

Prüfungen

Vorraussetzungen

Für die Rettungshundeprüfung gelten zumal das Mindestalter des Hundes von 18 Monaten, die Begleithundeprüfung und die Vorprüfung, sowie ein Erste-Hilfe-Kurs Mensch und Hund als Voraussetzung. Zudem sollten Kenntnisse über Funk, Karte, Kompass, GPS-Gebrauch und Suchtaktik vorhanden sein. Für die Begleithundeprüfung braucht der Hund ein Mindestalter von 15 Monaten. Bei dieser Prüfung wird der Gehorsam des Hundes und seine Verkehrssicherheit geprüft. Nach einer Eignungs- und Vorprüfung kann ein Team die Hauptprüfung absolvieren, die von einem Sachverständigen des „Bundesverband Rettungshunde“ vollzogen wird. Die Einsatzfähigkeit des Teams zeigt sich später durch eine jährliche Wiederholungsprüfung.

Hauptprüfungen

Die Hauptprüfungen in der Rettungshundearbeit gibt es in den Sparten „Fläche“, „Trümmer“ und „Mantrailing“. In der Sparte „Fläche“ und „Trümmer“ wird jeweils in A und B unterschieden. In der Rettungshundeprüfung „Fläche A“ beträgt die Ausarbeitungszeit 20 Minuten für zwei Personen, es muss ein offenes Gebiet von 15 000 bis 20 000 Quadratmeter durchkämmt werden. Mindestens 50 Prozent des Geländes sind verdeckt und dürfen anschließend nicht mehrmals abgesucht werden. Der Leistungsrichter hat zudem die Möglichkeit, eine Seite des Suchgebietes für den Hundeführer als Zugang zum Suchgebiet zu sperren. Alternativ kann er auch ein Gebiet von circa 20 Prozent der Gesamtfläche definieren, welches dann vom Hundeführer nicht betreten werden darf. Welche Suchtaktik dann ausgewählt wird, bleibt dem Hundeführer überlassen. In der Rettungshundeprüfung „Fläche B“, beträgt die Ausarbeitungszeit 30 Minuten, hierbei schwankt die Anzahl der gesuchten Personen, die in einem Gebiet von 25 000 bis 30 000 Quadratmeter zu finden sind, zwischen zwei und fünf Personen. Der Hundeführer weiß hier die Anzahl der Suchpersonen nicht. Bei der Rettungshundeprüfung „Trümmer A“ müssen in einem Trümmergelände in maximal 30 Minuten drei Personen unter Ablenkung, beispielsweise Motorengeräusche oder Schwelbrand ausfindig gemacht werden. Die erste Person muss jedoch nach maximal 15 Minuten gefunden werden.

Das Rettungshunde-Team bestreitet die Rettungshundeprüfung „Trümmer B“ mit 40 Minuten Prüfungszeit, wobei ebenfalls zwei bis fünf Personen „vermisst“ sind. Der Hund muss die erste Person innerhalb 20 Minuten finden. Wenn ein Hund das „Opfer“ gefunden hat, macht er durch anhaltendes Bellen darauf aufmerksam. Der Hund ist aufgefordert, so lange beim Oper zu verweilen, bis der Hundeführer zur Stelle kommt. Dieser oder ein Suchgruppenhelfer, der die Orientierungsaufgaben im Gelände übernimmt, leistet dann wenn nötig Erste Hilfe und funkt die GPS-Daten seines Fundortes an den Zugführer. Mit großem Engagement sind Hund und Hundeführer dann in etwa zwei Jahren zum geprüften Rettungshunde-Team ausgebildet.

Finanzierung

Alle Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich und ohne Bezahlung. Alle anfallenden Kosten, beispielsweise für Übungsgeräte, die Instandhaltung des Trainingsgeländes oder Benzinkosten werden von den Mitgliedern oder mit Hilfe von Spenden finanziert.

Literatur

Weblinks

Website der Rettungshundestaffel Bayerischer Wald e.V.