Dr. Helmut Wagner

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Dr. Helmut Wagner (Foto: Martin Ortmeier, 2007

Dr. Helmut Wagner (* 21. November 1939 in Asbach; † 16. November 2020 in Passau)) war ein deutscher Lehrer, Schriftsteller und Heimatforscher. Er war Schulamtsdirektor am Staatlichen Schulamt Stadt und Landkreis Passau.

Leben und Wirken

„Ich (…) wurde als zweites Kind des Straßenwärters Franz Wagner und seiner Ehefrau Anna, geb. Huber, in Asbach/Rottal geboren. Von 1946 bis 1952 besuchte ich die Volksschule in Sankt Salvator bei Griesbach /Rottal, von 1952 bis 1960 das Humanistische Gymnasium Passau. Ich studierte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Passau, den Universitäten Tübingen und München und legte im Jahre 1965 an der Pädagogischen Hochschule München der Universität München die Erste Prüfung für das Lehramt an Volksschulen, 1968 an der Volksschule Hinterschmiding (…) die Anstellungsprüfung ab. (…). Durch die Regierung von Niederbayern wurde ich 1970 zum Leiter eines Seminars zur Ausbildung der Lehrer an Volksschulen im Kreis Freyung-Grafenau bestellt und in gleicher Eigenschaft 1973 in die Stadt Straubing versetzt.“[1]

1972 bis 1978 studierte Helmut Wagner neben seinem Beruf an der Universität Regensburg Pädagogik und Musikwissenschaft, im April 1978 promovierte er mit einer Arbeit über Die staatliche Fortbildung der Volksschullehrer in Bayern 1770-1918.

Wagners wissenschaftliche Arbeit konzentrierte sich auf musikalische Volkskunde und Kunstgeschichte der Region. Heimatkunde, Musikpflege und Kunsterziehung waren ihm als Lehrer und Schulrat wichtig.

Seine Publikationstätigkeit forcierte er im Ruhestand. 2007 bot er Hanns Egon Wörlen vergeblich an, die nationalsozialistische Verstrickung Georg Philipp Wörlens „sine ira et studio“ wissenschaftlich aufzuarbeiten. Wagners kunstkritisches Urteil war treffsicher, an Quellen ausgerichtet und auf breiter musischer Bildung fußend. Am 5. Oktober 2009 teilte er dem Redakteur[2] der Passauer Kunst Blätter auf Anfrage nach einem Beitrag mit: „Die Quelle ist versiegt, (…) ich kann Ihnen nicht mehr dienen“.

Der Umfang seiner belletristischen Arbeiten ist unbekannt. Über Ausstellungen regionaler Künstler hat er vielfach in der Tageszeitung Landshuter Zeitung–Straubinger Volksblatt berichtet.

Auszeichnungen

Publikationen (Auswahl)

  • Die staatliche Fortbildung der Volksschullehrer in Bayern 1770-1918: Organisationsformen. Bamberg 1978 (=Dissertation an der Universität Regensburg)

Die Bayerische Bibliographie[3] listet von Helmut Wagner 195 Einzeleinträge. Musikalisch-Volkskundliches „aus seiner Feder“ ist häufig im Jahresbericht des Historischen Vereins für Straubing und Umgebung zu finden, z. B. etliche regionale Komponisten- und Musikerbiografien im Jahrgang 2006.

  • Vom Ende der Lehrerbildung in Straubing. Vor 25 Jahren wurde das Institut für Lehrerbildung nach Regensburg verlegt. In: Heimatglocken Nr. 10, 1982
  • „Jetzt ist die Zeit und Stunde da“. Niederbayerische Auswanderung nach Nordamerika und ihre Spuren im Lied. In: Heimat Ostbayern, Nr. 7, 1992 (Grafenau), S. 101–109
  • Musikgeschichte der ehemaligen Benediktinerabtei Vornbach. In: Heinz-Walter Schmitz: Passauer Musikgeschichte, Passau 1999, S. 624-686
  • Simon Breu. Taubstummenlehrer, Musikpädagoge, Chorleiter und Komponist. In: Jahresbericht des Historischen Vereins für Straubing und Umgebung, Nr. 107, 2005, S. 354–357
  • Verdi in Vilshofen und dessen Hinterland. Erinnerungen an den Studiendirektor Michael Kappel (1884–1977) . In: Vilshofener Jahrbuch, Nr. 13, 2005, S. 125 – 127
  • Die Passauer Linie der Instrumentenbauerfamilie Hornsteiner. Kontinuität und Wandlungen in vier Generationen. In: Ostbairische Lebensbilder, Band II (=Neue Veröffentlichungen des Instituts für ostbairische Heimatforschung der Universität Passau, Band 54-II), Passau 2005, S. 171–192, ISBN 3-932949-51-X
  • Dissens um eine schöne Nackte – Oder: Warum keine Aglaia an Passaus Ort steht. In: Passauer Kunst Blätter 35 (1-2006), S. 21–24
  • Die Vilslandschaften des Dr. Johann Ev. Kappel (1886 –1975). In: Passauer Kunst Blätter 37 (1-2006), S. 8–9
  • Wolf Hirtreiters Osterhofener Glasfenster. In: Passauer Kunst Blätter 39 (1-2007), S. 14–17
  • Passauer Areopag – Porträtbüsten der Hans-Wimmer-Sammlung im Oberhaus-Museum. In: Passauer Kunst Blätter 40 (2-2007), S. 8–11
  • Eine notwendige Ergänzung. Museum Moderner Kunst Passau: Zur Ausstellung „Georg Philipp Wörlen – Stationen eines Künstlerlebens“. In: Passauer Kunst Blätter 41 (1-2008), S. 18–19
  • Rupert Kamms und Walter H. Mauders Wandbilder im ehemaligen Hauptzollamt an der Passauer Fischergasse. In: Passauer Kunst Blätter 42 (2-2008), S. 25–27
  • Durchleuchtete Häuser und Berghänge wie Wisentrücken. Zu Hermann Lenz' poetischen Skizzen aus dem Bayerischen Wald. In: Heimatglocken, Nr. 4, 2009
  • Entsprechungen. Bildende Kunst und Musik. In: Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen (Hg.): Zur Ausstellung Klangbilder von Robert Kaindl-Trätzl in der Stadtresidenz Landshut. 6.–24. Mai 2010, S. 5–8

Werkbeispiel

Februar

Grenzenlos verstrahlt sich
der Himmel.
Sonnenbäche umspülen das
tote Astwerk
der Bäume.
den tödlichen Zauber gleißt
der Schnee
Geblendet zurück…
(in: Der Bayerwald Heft 1, 1969, S. 11)

Quellen

Nachruf auf Dr. Helmut Wagner in Passauer Kunst Blätter 68 (2-2021), S. 25–26

Anmerkungen

  1. Zitiert aus dem Lebenslauf im Anhang (S. 225) von Helmut Wagners Dissertation aus dem Jahr 1978)
  2. Gesprächsnotiz von Martin Ortmeier
  3. bayerische-bibliographie.de